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X-Thema: Narben

Beautyproblem Narben: Ärztin erklärt, was man machen kannFoto: MabelAmber / pixabay

 

Laut Angaben der Zeitschrift Praktische Dermatologie (2011) haben mehr als 58,6 Millionen Deutsche mindestens eine Narbe. Die meisten stören sich daran und empfinden ihre Narbe als nicht optimal verheilt. Was man schon im Vorfeld einer OP oder nach einer OP für eine geringe Narbenbildung unternehmen kann, berichtet unserem Magazin Dr. Katharina Bayer. Sie ist dermatologische Oberärztin von der S-thetic Klinik Düsseldorf und beschäftigt sich intensiv dem Thema Prävention und Behandlung von Narben.

Grundsätzlich unterscheiden Dermatologen zwischen gutartigen Bindegewebstumoren (Keloide) und hypertrophen Narben. Letztere treten bei 39-68% der Patienten auf, meistens nach chirurgischen Eingriffen. Keloide können sich nach Operationen, entzündlicher Dermatose wie Akne, nach Verbrennungen oder traumatisch bedingt entwickeln.

Die Pathologie der Keloide ist nach wie vor nicht vollständig verstanden. Deren Entstehung führt man auf zahlreiche endogene und exogene Faktoren wie Wachstumsfaktoren, zelluläre Faktoren, abnormale Apoptose-Regulation sowie mechanischen Zug (überschießende Proliferation von Fibroblasten) zurück. Oftmals geht Keloiden auch ein unbemerktes „Minimaltraumata“ voraus. Ein weiteres Indiz für die Wahrscheinlichkeit, dass Keloide entstehen können, ist zunehmende Hautpigmentierung. Gerechterweise muss man sagen, dass Keloide recht selten sind.

Daher befassen wir uns hier mit der Vorbeugung und Therapie pathologischer Narben, die am häufigsten postoperativ auftreten können. Operativ bedingt entstehende Narben sind nicht nur ästhetisch eine Herausforderung. In der Regel werden sie von solchen Beschwerden begleitet wie Juckreiz, Schmerzen, Funktionseinschränkungen und Spannungsgefühl.

Eines der Hauptprinzipien, wie man einer pathologischen Narbenbildung vorbeugt, ist optimale chirurgische Versorgung und Wundpflege. Dabei geht im Idealfall der behandelnde Arzt bereits bei der OP-Planung präventiv vor, während Prävention durch den Patienten selbst ebenfalls von großer Bedeutung ist. Dem Patienten wird empfohlen, an der Wunde wenig Zug und Dehnung zuzulassen, sowie konsequenten UV- Schutz anzuwenden. Darüber hinaus hilft manuelle Massage sowie Verwendung von Narbengelen. So lassen sich unschöne Operationsnarben leichter verhindern.

Da Prävention in der Regel effektiver als Behandlung ist, lautet Dr. Bayer persönliche Empfehlung an alle Patientinnen, die operativ bedingt eine Wunde haben: Nach Fadenzug oder Wundverschluss über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten 2-mal täglich Silikongel präventiv aufzutragen.

Sollten Narben bereits vorhanden sein, so entwickelt der Arzt / die Ärztin einen Therapievorschlag: dies reicht von der Anwendung von Silikongelen- oder auflagen, hypoallergenen Verbänden oder Zwiebelextrakt-Gel bis hin zur fraktionierten Lasertherapie. In selteneren Fällen kann es auch zur chirurgischen Exzision mit zusätzlicher Therapie, intraläsionale Kortikosteroide oder Alternativtherapien kommen.

Im Laufe der Therapie sollen Größe, Ausdehnung und Volumen von pathologischen Narben reduziert werden, um ein besseres kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Im optimalen Fall formiert sich eine normale glatte Narbe. Allerdings müssen die PatientInnen beachten, dass die Rückkehr zur absolut normalen Haut nicht möglich ist. Nach drei bis sechs Monaten sollte die Therapie abgeschlossen sein.

Hinweis: Zum wichtigen Thema Narben und ihre Behandlung sollte in Berlin vom 26. bis 28.März ein internationaler Kongress stattfinden. Im Zuge der Coronakrise wurde er verschoben. Hier finden Sie weitere Info: www.scars2020.org.